jahrelang hatte sie die Trauer unterdrückt. Es kam ihr aber schon irgendwie komisch vor, dass sie mit 17 beim Tod ihrer Großmutter keine Träne vergießen konnte. Doch es war so. Wenn es aber um andere Situationen ging, konnte sie sehr viel weinen, tagelang, ganz dramatisch konnte sie weinen.
Sarah hatte immer viel geweint. Sie meinte, wirklich gut dabei zu sein, ihre Gefühle auszudrücken, aber dieses Weinen erschöpfte sie, ließ sie oft kraftlos zurück. Doch dann, dann kam die Depression und die Dunkelheit und sie wusste nicht mehr ein noch aus.
Bis zum Tag X, als ihr Partner sie verließ. Das war der Tag, an dem sie nicht mehr zurückhalten konnte, was sie all die Jahre unterdrückt hatte. Der Schmerz brach sie auf, stieg aus ihr hervor wie die Lava im Vulkan und ergoss sich aus ihr heraus wie eine Urkraft. Diesmal war ihr Widerstand “gebrochen” und sie ließ es geschehen, bis nichts mehr übrig war von ihr außer Stille und ein Herz so weit wie das Meer, das sie so liebte. Der Bann war gebrochen und sie erkannte, dass sie seit Kindertagen nicht mehr wirklich getrauert hatte. Es erstaunte sie aber noch mehr, dass sie unter all diesem Schmerz Liebe und Stille fand.
Sarah´s Geschichte ist kein Einzelfall. Wir haben verlernt, wirklich zu trauern, weil man Gefühle nicht zeigt, geschweige denn selber fühlt. So ist die gesellschaftliche Vorgabe, wir müssen funktionieren.
Es gibt viele verschiedene Arten, Trauer zu vermeiden. Darüber erzählen wir euch in unserem neuen Youtube Video, wie im Newsletter der letzten Woche angekündigt.
Wir erzählen dir auch aus unserer eigenen Erfahrung mit Yod´s Abschied, wie das Gehenlassen eines Menschen sich noch anfühlen kann und wie wir trotzdem in Verbindung bleiben können. Wir geben dir Tipps, wie man Schritt für Schritt einen neuen Zugang zum Trauern in sich wiederfinden kann.
Trauen wir uns zu trauern und echt zu sein!
Das meinen wir …
… von Herzen
Asha und Marie-Luise ❤️
… und es braucht die Zeit, die wir Menschen dafür nun einmal brauchen.