manchmal braucht es nur einen Moment.
Gerade eben war noch alles in Ordnung und plötzlich kippt etwas in dir. Die Stimmung verändert sich. Du wirst unruhig, traurig, gereizt oder ziehst dich innerlich zurück.
Oft bemerken wir zwar, dass es uns anders geht, aber nicht, was gerade geschehen ist.
Und genau da beginnt für mich etwas sehr Wertvolles.
Nicht sofort zum Handy greifen. Nicht versuchen, das Gefühl wegzubekommen. Nicht gleich jemanden im Außen dafür verantwortlich machen.
Sondern einen Moment bei dir bleiben und dich fragen:
Was ist gerade passiert?
Was hat mich berührt?
Was fühle ich wirklich?
Fast wie ein liebevolles Zwiegespräch mit dir selbst.
Denn Gefühle entstehen nicht einfach aus dem Nichts. Vielleicht gab es einen Satz, einen Blick, eine Entscheidung oder eine Situation, die etwas Altes in dir berührt hat. Eine Verletzung. Eine Angst. Eine Überzeugung. Vielleicht auch ein Schuldgefühl.
Wenn wir diesen Moment nicht bewusst wahrnehmen, übernehmen sehr schnell unsere alten Schutzmechanismen. Wir lenken uns ab, ziehen uns zurück, suchen einen Schuldigen oder versuchen auf irgendeine andere Weise, nicht fühlen zu müssen, was gerade da ist.
Doch wenn wir bereit sind hinzuschauen und wirklich zu fühlen, kann etwas ganz anderes geschehen.
Dann entsteht Bewusstsein.
Und manchmal verändert sich allein dadurch schon etwas in uns.
Doch es reicht nicht immer nur, das Alte zu erkennen.
Wir dürfen auch bereit sein, es irgendwann gehen zu lassen.
Alte Geschichten. Alte Überzeugungen. Alte Verletzungen. Das Bild davon, wer wir sein müssen oder was wir nicht dürfen.
Wir können fühlen und anerkennen, was einmal war, ohne es immer wieder zu unserer Gegenwart zu machen.
Und dann braucht es manchmal eine ganz bewusste Einladung:
Bin ich bereit für eine neue Erfahrung?
Bin ich bereit, mich wieder mehr für das Leben zu öffnen?
Für mehr Lebendigkeit. Für mehr Wahrhaftigkeit. Für neue Möglichkeiten, die vielleicht längst da wären, wenn wir nicht immer wieder auf das Alte zurückgreifen müssten.
Der Schlüssel liegt für uns dabei immer wieder im Fühlen.
Nicht verdrängen. Nicht darüber hinweggehen. Aber auch nicht für immer darin bleiben.
Fühlen, erkennen und dann wieder offen werden für das, was jetzt möglich ist.
Genau um einen dieser oft sehr unbewussten inneren Vorgänge geht es auch in unserem neuen Podcast:
👉„Schuldgefühle – warum du dich schuldig fühlst, ohne schuld zu sein“
Wir schauen darin genauer hin, was hinter Schuldgefühlen liegen kann und warum sie manchmal auftauchen, obwohl wir eigentlich gar nichts falsch gemacht haben.
Vielleicht ist dieser Newsletter heute einfach eine kleine Einladung an dich:
Wenn sich das nächste Mal plötzlich etwas in dir verändert, geh nicht gleich darüber hinweg.
Bleib einen Augenblick bei dir.
Vielleicht möchte dir dein Gefühl gerade etwas zeigen.
Von Herzen
Asha ❤️ Marie-Luise